INKLUSIVA im Dialog mit Sonja Grünwald und N.N.

Frage 1: Wer sind Sie und warum nehmen Sie an der INKLUSIVA teil?

Antwort: Die Fachdienste unterstützen hörgeschädigte Menschen in unterschiedlichen Lebensbereichen. Wir sind ein erfahrenes Team von gebärdensprachkompetenten, qualifizierten Fachkräften. Zu uns gehören auch die Kollegen der Landesdolmetscherzentrale (LDZ) mit ihren studierten und staatlich anerkannten Dolmetschern für die Deutsche Gebärdensprache. Wir arbeiten ausschließlich für Menschen mit Hörschädigung. Alle Mitarbeiter beherrschen die Gebärdensprache und besitzen Erfahrung in der Arbeit mit hörgeschädigten Menschen und ihrer Sozialisation. Wir beraten ebenso in Lautspachbegleitender Gebärde und in Lautsprache. Die INKLUSIVA ist ein passender Ort, um andere Einrichtungen der Selbsthilfe kennenzulernen und um sich optimal zu vernetzen. Ebenso bietet die Inklusiva einen geeigneten Austausch zu fachspezifischen Themen.

Frage 2: Was bedeutet Barrierefreiheit für hörgeschädigte Menschen?

Antwort: Für Hörgeschädigte bedeutet Barrierefreiheit, überall frei kommunizieren zu können und alle Informationen bekommen zu können, egal welche Sprachform sie benötigen. Das betrifft die Medien z.B. durch Untertitel und Gebärdensprach-Dolmetschereinblendungen. Es betrifft den barrierefreien Zugang zum öffentlichen Leben wie zu Museen oder Theatern, die Kostenübernahme für technische Hilfsmittel oder Dolmetscher in allen Lebensbereichen und die Teilhabe an alltäglichen Dingen wie Telefonieren ohne Mehrkosten. Barrierefreiheit bedeutet, in keiner Situation Sorge haben zu müssen, wichtige Informationen zu verpassen und in allen Situationen die Möglichkeit zu haben, adäquat kommunizieren zu können.

Frage 3: Wo ist die Barrierefreiheit noch nicht ausreichend umgesetzt?

Antwort: Besonders in Notfallsituationen ist eine freie Kommunikation nicht immer gewährleistet. Das fängt beim Absetzen eines Notrufs an und hört auch beim Notfallpersonal nicht auf. Selbst wenn man im Aufzug feststecken sollte oder Probleme mit der Park- oder Bankkarte hat, funktioniert der Notruf nur über das Hören. Offizielle Briefe werden noch immer nicht in leichter Sprache verschickt. Technische Lösungen, wie visuelle Guides, Induktionsspulen, Monitore für visuelle Durchsagen mit Avataren, werden noch immer nicht genutzt z.B. am Bahnhof. Die Bandbreite an Gebärdensprachdolmetschern, Schriftdolmetschern und Tauben Dolmetschern wird nicht ausgenutzt. Es wird sich noch viel zu selten an alle Kommunikationsbedürfnisse angepasst.

Frage 4: Wie tragen die Fachdienste dazu bei, Barrierefreiheit zu verbessern/ umzusetzen?

Antwort: Wichtig ist uns Hilfe zur Selbsthilfe. Wer hier selbst nicht weiter kommt, den unterstützen wir – in der Kommunikationsform, die gewünscht wird. So machen wir Betroffene stark, denn wir passen unser Angebot individuell an. Wir setzen uns dafür ein, dass erfolgreiche Kommunikation in allen Bereichen des Lebens gewährleistet ist. Wir klären über Hörschädigungen und insbesondere über Gehörlosigkeit und Gehörlosenkultur auf. Das gilt für alle Bereiche, egal ob privat, beruflich oder kulturell. Wir setzen uns für gegenseitigen Respekt und gleichberechtigte Teilhabe ein. Dafür arbeiten wir mit einem großen Netzwerk von Personen und Organisationen zusammen, die alle Chancengleichheit für Gehörlose wollen und fordern.

Logo der Fachdienste für Hörgeschädigte

Aussteller_in
Fachdienste für Hörgeschädigte Landesverband der Gehörlosen RLP e.V.