INKLUSIVA im Dialog mit Cynthia Gottschald-Kipping (Leitung Bildung und Gesundheit) und Thomas Burckard (Integrationsassistent)

Frage 1: Wer sind Sie und warum nehmen Sie an der INKLUSIVA teil?

Antwort: Die in.betrieb gGmbH ist ein modernes Sozialunternehmen, das zu den größten Arbeitgebern der Region zählt. Neben 2 inklusiven Kitas, einer Tagesförderstätte für schwerstmehrfachbehinderte Erwachsene und dem größten Anbieter selbständiger Wohnformen der Region, finden ca. 600 Menschen mit Behinderung Zugang zu Bildung, Arbeit und einem selbstbestimmtem Leben. Bald 200 Menschen ohne Behinderung arbeiten in verschiedenen Bereichen und Funktionen und unterstützen sie dabei. Die in.betrieb ist keine Einbahnstraße und sieht sich als wichtige Schnittstelle im System beruflicher Bildung und der allgemeinen Arbeitswelt. Wir verstehen und als Wegbereiter*in und Wegbegleiter*in. Deshalb nehmen wir an der INKLUSIVA teil.

Frage 2: Was genau machen Sie für die Inklusion?

Antwort: Zentrale Aufgabe der in.betrieb ist die Schaffung passgenauer Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung innerhalb und außerhalb der in.betrieb. Wir bieten die dafür nötigen, individuell zugeschnittenen Angebote der beruflichen Bildung und Qualifizierung. Eine gute (Aus-) Bildung bedeutet für uns Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und schafft für jede*n die Voraussetzung zur Teilhabe am Arbeitsleben. Bildung- und Qualifizierungsangebote haben bei uns immer die Perspektive „Allgemeiner Arbeitsmarkt“, auch wenn diesen Weg aufgrund der sehr unterschiedlicher Voraussetzungen nicht alle Beschäftigten der in.betrieb gehen werden. Vielleicht wird dadurch der allgemeine Arbeitsmarkt, die allgemeine Arbeitswelt inklusiver.

Frage 3: Wie unterstützen Sie Menschen mit Behinderung dabei, sich auf den allgemeinen Arbeitsmarkt vorzubereiten?

Antwort: Neben der allgemeinen beruflichen Bildung bieten wir ein modulares System an Weiterbildung und Spezialisierung. Beschäftigte haben die Möglichkeit, mehrwöchige Praktika in einem Betrieb/einer Einrichtung zu absolvieren. Passt dabei alles, wird in Absprache mit dem Betrieb versucht, einen begleiteten Außenarbeitsplatz einzurichten oder die Übernahme in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis zu erreichen. Begleitend dazu nutzen die Beschäftigten Weiterbildungsmöglichkeiten im Rahmen von mehrmonatigen Lehrgängen. Theorie und Praxis werden eng verzahnt, um Fähigkeiten und Fertigkeiten der Teilnehmer*innen in einem Berufsfeld zu vertiefen. Unterstützt werden die Maßnahmen durch die IHK für Rheinhessen, die Handwerkskammer Rheinhessen und die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz. Mehr dazu: https://inbetrieb-mainz.de/de/%C3%BCber-in-betrieb/service/videos/details-video/video-2.html

Frage 4: Muss man als Förderschüler*in erst in die Werkstatt gehen, um auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu gelangen?

Antwort: Nein. Der Berufsbildungsbereich der in.betrieb bietet den nötigen Raum, die Zeit und die Unterstützung, die jemand zum Erlangen beruflicher Fähigkeiten benötigt. Er oder sie kann jedoch von Beginn an über den Weg der ambulanten Beruflichen Bildung alles, was er oder sie für eine berufliche Tätigkeit braucht, in einem Betrieb oder einer Einrichtung erlernen und wird vor Ort von einem/einer Integrationsassistent*in bzw. einem/einer Pat*in begleitet. An einem Tag der Woche findet ein sogenannter Theorietag in Lerngruppen zu verschiedenen Themen und Projekten statt. Dadurch lernen sich Praktikant*in und Betrieb frühzeitig kennen und können sich miteinander ausprobieren und den Weg ebnen.

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in.betrieb – Gesellschaft für Teilhabe und Integration