INKLUSIVA im Dialog mit CASCO „Vom Case zum Coach“ – Referent*innen für eine menschenrechtsbasierte Behindertenpolitik

Frage 1: Wer sind Sie und warum nehmen Sie an der INKLUSIVA teil?

Antwort: Wir sind die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. – ISL und möchten unser Projekt „CASCO – Vom Case zum Coach“ und den dazugehörigen eferent*innenpool vorstellen. Hierbei wurden Menschen mit Behinderung zu Expert*innen in eigener Sache mittels eines eigens entwickelten Curriculums ausgebildet, um in Verwaltungsakademien, Universitäten, Vereinen, Bildungsträgern, etc. Vorträge rund um das Thema „Behinderungen“ zu halten. Wir verfügen über einen Referent*innenpool von mittlerweile 32 Referent*innen bundesweit. Das Projekt wird aus Mitteln des Ausgleichsfonds finanziert und läuft bis Ende 2020.

Frage 2: Was ist das Besondere am CASCO-Projekt?

Antwort: Behinderung wird im CASCO-Projekt menschenrechtlich betrachtet. Wir möchten einen aktiven Beitrag zur Umsetzung des Artikel Acht des UN-BRK („Bewusstseinsbildung“) leisten. Die CASCO-Referent*innen sind fachlich gut qualifiziert und decken eine breite Themenpalette im Spektrum Behinderung ab – von A wie Ableismus über S wie SGB IX bis zu Z wie Zielvereinbarung ist alles dabei. Sie sprechen nicht über Menschen mit Behinderungen, sondern von Ihnen. Sie sind Expert*innen in eigener Sache. Die eigene Erfahrung aus einem Leben mit Behinderungen ist hierbei sowohl Kompetenz als auch Rollenvorbild und unterstützt den Paradigmenwechsel von der Fürsorge zur Selbstbestimmung.

Frage 3: Wie funktioniert CASCO bzw. wie kann man eine*n CASCO-Referent*in für seine Veranstaltung gewinnen?

Antwort: Wir haben einen Referent*innenpool (http://www.referenten-mit-behinderung.de/). Hier sind alle Referent*innen für eine menschenrechtsbasierte Behindertenpolitik mit persönlichen Profilen vertreten. Es gibt eine Suchfunktion nach Themen und Regionen. Eine Themenübersicht vermittelt die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Eine Honorarstaffel zeigt die finanziellen Voraussetzungen für eine Beauftragung transparent an. Anfragen sind direkt an die einzelnen Referent*innen möglich oder an die Projektleitung, die dann bei der Suche nach einem / einer passenden Referent*in unterstützt.

Frage 4: Wie geht es mit dem Referent*innenpool nach dem Projektende von CASCO weiter?

Antwort: Der Referent*innenpool wird nach Auslaufen des Projekts von der ISL weiterhin bestehen und geführt. Das Curriculum wird allgemein zugänglich sein, sodass in den kommenden Jahren weitere Referent*innen aufgenommen werden können. Die Referent*innen werden weiterhin als Referent*innen tätig sein und diese Tätigkeit ausbauen, weitertragen und Netzwerke schaffen. So ist das CASCO-Projekt auch nach Ablauf der Förderung für sich selbst tragfähig und hat einen tiefergreifenden, dauerhaften gesellschaftlichen Wirkungseffekt.

Das Logo von CASCO - vom Case zum Coach

Aussteller_in
Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. – ISL

Ein Gruppenfoto von CASCO

Urheber / Quelle des Bildes

© ISL e.V. – Gruppenbild mit 16 CASCO-Referent*innen sowie Projektleitung, Sommer 2019