INKLUSIVA im Dialog mit der Liebelle Mainz

Frage 1: Wer sind Sie und warum nehmen Sie an der INKLUSIVA teil?

Antwort: Die Liebelle in Mainz ist eine Beratungs-, Forschungs- und Bildungsstätte zu Sexualität und geistiger Behinderung. Seit 5 Jahren bietet die Liebelle nun schon Beratungs- und Bildungsangebote zu den Themen Liebe, Partnerschaft und Sexualität für Menschen mit geistiger Behinderung, deren Angehörige und Fachkräfte an. Mit unserer Arbeit möchten wir dazu beitragen, dass das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung in den Fokus gerät und umgesetzt wird. Mit der Enttabuisierung des Themas möchten wir den Weg zur Inklusion ebnen und uns deshalb auf der INKLUSIVA vorstellen.

Frage 2: Wie ist die Liebelle entstanden?

Antwort: Die in.betrieb gGmbH Mainz entwickelte im Jahr 2013, gemeinsam mit den Kooperationspartnerinnen pro familia Mainz und der Arbeitsgruppe des sonderpädagogischen Instituts der Universität Mainz, ein Modellprojekt das ein umfassendes Angebot der Bildung und Beratung zum Thema Liebe, Sexualität und Partnerschaft für Menschen mit geistiger Behinderung, ihren Angehörigen und Fachkräfte beinhaltet. In Bildungsangeboten für Menschen mit sog. geistiger Behinderung, die die Kooperationspartnerinnen in der Vergangenheit durchgeführt hatten, zeigte sich immer wieder ein hoher Bedarf bei der Zielgruppe, nach Informations- und Beratungsmöglichkeiten. Aus den gesammelten Erfahrungen entstand die Idee, eine möglichst barrierearme Anlaufstelle zu schaffen.

Frage 3: Was bietet die Liebelle an?

Antwort: Die Liebelle möchte einen positiven Zugang zu Liebe, Partnerschaft und Sexualität vermitteln und Menschen mit Behinderung darin unterstützen, ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung wahrzunehmen. Dafür bietet sie Menschen mit Behinderung individuelle sexualpädagogische und psychologische Beratung sowie Bildungsangebote an. Diese Angebote bieten Raum für die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität, den damit verbundenen Wünschen und Erwartungen, aber auch mit den möglichen Unsicherheiten, Ängsten und bestehenden Grenzen. Auch Eltern und Angehörige sowie Fachkräfte finden in der Liebelle individuelle Beratung, Seminare und Fortbildungen.

Frage 4: Wie arbeitet die Liebelle?

Antwort: Zunächst gilt es zu erwähnen, dass die Beratung und die Teilnahme an Seminaren der Liebelle grundsätzlich freiwillig ist. Worüber gesprochen wird und wie Anliegen umgesetzt werden sollen, das entscheiden in erster Linie die ratsuchenden Menschen. Die Berater*innen sind erfahren darin, bei der Entwicklung von eigenen Zielen zu unterstützen und auf dem Weg zu begleiten. In der Regel werden Männer von einem Mann und Frauen von einer Frau beraten. Die Beratung ist für Menschen mit Behinderung sowie deren Angehörige kostenlos. In der Liebelle herrscht zudem absolute Vertraulichkeit. Die Berater*innen unterliegen der Schweigepflicht.

Logo der Liebelle Mainz

Aussteller_in
Liebelle Mainz

Ein Foto von Lennart Seip und Lotta Brodt